Fragen und Antworten
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23.10.2012

Ein Glücksfall für die Stiftung

Studenten der European-Business-School engagieren sich als Lernpaten im Rheingau


Dass die Stiftung „Zukunft schenken!“ mehr zu geben hat, als finanzielle Unterstützung bei einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Bedarfe, zeigt sich gerade in diesen Tagen einmal wieder, wenn Studentinnen und Studenten der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel und im Rheingau ausströmen, um Lernpatenschaften für Kinder und Jugendliche zu übernehmen. Die enge Zusammenarbeit der Stiftung mit der Studentenschaft der EBS besteht seit der Stiftungsgründung vor drei Jahren und gestaltet sich über Lernpatenschaften hinaus sehr vielseitig. Dabei hat die Stiftung vor allem in den Sprechern des studentischen Ressorts „Studenten helfen!“ seit Jahren verlässliche Ansprechpartner.

Jeweils zu Beginn des Semesters im Spätsommer sind die Studierenden von der Stiftung eingeladen, Lernpatenschaften zu übernehmen. Im Herbst schließlich geht es dann los und die jungen Leute nehmen Kontakt zu ihren Schülern auf. Im Rahmen der Lernpatenschaften erfahren diese Schülerinnen und Schüler dann ein bis zwei Mal in der Woche persönliche Zuwendung, Begleitung und Unterstützung. Ziel der Förderung ist es dabei, individuelle schulische Defizite aufzuarbeiten und den jungen Leuten die Versetzung oder einen möglichst guten Schulabschluss zu ermöglichen. Die Lernpatenschaften haben sich sowohl bei der Stiftung als Förderangebot, als auch bei den jungen Leuten in der Studentenschaft als Möglichkeit, sich neben dem Studium persönlich zu engagieren, fest etabliert. Dabei umfasst der Begriff „Lernpatenschaft“ mehr, als einfach nur Mathe oder Englisch zu pauken. Denn hier begegnen sich junge Menschen – Studenten und Schüler – die neugierig aufeinander sind, die voneinander lernen möchten und schließlich ganz unterschiedliche Erfahrungen miteinander machen. So gilt es manchmal auch,  zunächst Vorurteile abzubauen, wenn mitunter sehr unterschiedliche Lebenswelten aufeinander treffen. Für die Studenten eine ganz spannende Erfahrung. So sagt Katharina: „Ich habe gelernt, dass es auch andere Sichtweisen gibt und dass meine eigenen Probleme teilweise sehr unwichtig sind, verglichen zu anderen. Doch vor allem ist es wichtig, nicht alles als normal und selbstverständlich zu sehen, was man hat, sondern dieses ‚Privileg‘ zu schätzen und auch andere Menschen daran teilhaben zu lassen“. Und dies geschieht dann ganz lebendig und aktiv, wenn Schüler und Studenten oft über viele Monate zusammen arbeiten und sich auch Freundschaften daraus entwickeln, die die Lernpatenschaft überdauern. Die Studierenden müssen dabei zumeist auch ganz neue Lernansätze für die Kinder und Jugendlichen entwickeln, als sie es zuletzt aus ihrer eigenen Schulzeit am Gymnasium kennen oder bereits im Studienalltag an der EBS gewöhnt sind. „Auswendiglernen ist für Kinder im Grundschulalter nicht wirklich angebracht, sodass ich bemüht war, den Stoff spielerisch zu vermitteln“, berichtet Ronja und fügt an: „Jeder fängt doch mal klein an“. Dabei sind die Studenten zumeist ganz beeindruckt, wie motiviert ihre Schüler sind. So wagte Saskia dann auch ein besonders anspruchsvolles Experiment und erarbeitete mit ihrer Schülerin den Stoff in Mathe auf Englisch. Aber, berichtet sie begeistert, die Bereitschaft ihrer Schülerin ließ dadurch nicht nach. Im Gegenteil: "Wenn es noch etwas auszuknobeln gab, konnten wir sogar noch ein wenig länger arbeiten“.

Für viele der Studenten sind die Lernpatenschaften eine gute Möglichkeit dem „Tunnelblick“ eines anspruchsvollen, betriebswirtschaftlichen Studiums zu entgehen. Andere suchen die persönliche „Balance“ und engagieren sich neben dem Studium ehrenamtlich. Wieder andere erleben die Lernpatenschaften als  „soziales Lernen“ und als Bereicherung für ihr Studium und schließlich für ihren ganz persönlichen Werdegang. Die Rollen zwischen Studenten und Stiftung sind dabei ganz klar verteilt. Die Stiftung  vermittelt auf Empfehlung der Schulen bzw. der Schulsozialarbeit Kinder und Jugendliche, die einer Unterstützung und Förderung bedürfen und steht während der Lernpatenschaft Schülern wie Studenten als Ansprechpartner zur Verfügung – mehr noch, es findet ein reger Austausch statt. Die Studenten schließlich stellen sich ganz in den Dienst der Stiftung „Zukunft schenken!“ und begleiten als ehrenamtliche Lernpaten ihre Schülerinnen und Schüler. Schließlich aber bleibt dieser Dienst ihr ganz persönliches Engagement im Rheingau.

Auf diese Weise, so beschreibt es Stiftungsvorsitzender Jean-Dominique Risch, hinterlassen die jungen Leute sehr nachhaltig Spuren im Rheingau. Für die Arbeit der Stiftung und für viele Jungen und Mädchen, Kinder und Jugendliche im Rheingau ist dieses Engagement der EBS-Studenten von unschätzbarem Wert.