Fragen und Antworten
30.09.2019

Gründungstag der Stiftung jährt sich

10. Jahre engagierte Stiftungsarbeit für Kinder im Rheingau


Am 1. Juli hat die Stiftung Zukunft schenken! Jean-Dominique Risch ihren 10. Gründungstag begangen. Zurück liegen die Jahre, in denen aus einem einfachen Bedürfnis heraus, mit viel persönlichem Einsatz sowie der Unterstützung unglaublich vieler Menschen, ein wertvolles und tatsächlich sehr erfolgreiches Projekt umgesetzt wurde: Eine Kinderhilfestiftung für den Rheingau.

Dabei war der Stiftung dieser Erfolg nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Im Gegenteil: Er musste erarbeitet werden. Eine positive Entwicklung gar war eben kein Selbstläufer. „Eine Kinderhilfestiftung für den Rheingau?“, so fragten manche 2009. Nicht selten wurde mir Unverständnis darüber ausgedrückt und auch Unmut. Eine Kinderhilfestiftung im Rheingau, das passte nicht zum Image der Region, denn arme Kinder gab es ja überall, aber doch nicht im Rheingau.

Und doch hat diese Stiftung in den zurückliegenden Jahren neben dem persönlichen Engagement für Kinder und Jugendliche inzwischen mehr als 150.000 €uro Fördermittel ausgeschüttet. Eben weil im Rheingau - und damit mitten unter uns - Kinder leben, die dieser Hilfe und Unterstützung auch bedürfen.

Anspruch und Ziel der Stiftung ist dabei stets gewesen, dass geförderten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien aus der Förderung jeweils ein unmittelbar erfahrbarer - ein tatsächlich greifbarer - Mehrwert entstehen muss.

Wie und wo aber hilft die Stiftung „Zukunft schenken!“ nun konkret?

Satzungsgemäß fördert die Stiftung Kinder aus einkommensschwachen, sozial benachteiligten oder von Armut betroffenen Familien in Oestrich-Winkel und im Rheingau. Nun aber liegt zwischen ‚einkommensschwach‘ und ‚von Armut betroffen‘ ein weites Feld. Sehr bewusst hatte ich seinerzeit diese Formulierung in der Stiftungssatzung gewählt, denn sie erlaubt uns bei unseren Entscheidungen nicht allein die konkreten Bedarfe, sondern vor allem auch die individuelle Lebenssituation einer Familie mit ihren Kindern in den Blick zu nehmen. Für die Stiftung ist tatsächlich nicht entscheidend, ob eine Familie bereits Sozialleistungen des Staates erhält, deshalb als ‚arm‘ kategorisiert werden könnte und somit einer Förderung bedarf.

Bei der Gewährung von Fördermitteln folgt der Stiftungsvorstand ausschließlich Empfehlungen, die beispielsweise über die Grundschulen oder Jugendhilfeeinrichtungen an ihn herangetragen werden. Die Bedarfe dabei sind vielfältig und betreffen alle Bereiche des Lebens. Schauen wir doch einfach einmal auf unsere eigenen Kinder:

Wir tragen Sorge, dass sich unsere Kinder nahrhaft und gesund ernähren. Wir kleiden sie im Sommer leicht und im Winter warm und trocken. Wir verwöhnen die kleinen Körper mit Pflege und gönnen den Kindern Entspannung, wenn wir mit ihnen einmal im Jahr in den Urlaub fahren - und vielleicht auch ein zweites Mal. Wir ermöglichen ihnen, ein Hobby zu pflegen, am Vereinsleben teilzunehmen oder ein Musikinstrument zu erlernen. Weil uns selbst die Ferienfreizeiten unserer Kinder- und Jugendzeit noch in schönster Erinnerung sind, ermöglichen wir unseren Kleinen auch dies. Wir fahren mit ihnen in den Zoo, besuchen mit ihnen Museen und Kinderkulturveranstaltungen. Natürlich schenken wir ihnen Bücher, sie haben ein eigenes Zimmer oder zumindest ein eigenes Bett. Wenn es in der Schule hakt, darf auch schon einmal ein Nachhilfelehrer kommen und wenn es notwendig ist, dann schicken wir sie direkt zum Schüleraustausch nach England oder Frankreich. Die Bereitstellung moderner Kommunikations- und Spielemedien sind Usus. Wir gehen mit ihnen im Sommer möglichst häufig ins Freibad, organisieren für sie einen schönen Kindergeburtstag und Ausflüge oder laden sie gleich mit ihren Freunden zum Eis essen oder ins Kino ein. Bevor sie sich aus dem Haus zum Spielen verabschieden, bekommen sie jeden Tag schnell noch einen Apfel in die Hand gedrückt. Vor Weihnachten dürfen die Kleinen Wunschzettel schreiben. Und was davon der Nikolaus nicht bringt und auch nicht unter dem Tannenbaum - den wir besorgt haben - liegt, das bringt dann wahrscheinlich der Osterhase (es macht ja auch Spaß, die Kleinen zu beschenken). Im Winter fahren wir mit ihnen dorthin, wo Schnee liegt oder auf die Schlittschuhbahn, und dann wollen wir mit ihnen auch noch die Weihnachtsmärkte im Land entdecken. Im Großen und Ganzen bereiten wir unseren Kindern doch eine schöne, vor allem aber eine unbeschwerte Kindheit.

Kinder, die von Armut betroffen sind, haben diese unbeschwerte Kindheit zumeist nicht.

Vieles von oben genanntem ist ihnen nicht nur nicht selbstverständlich, sondern schier unmöglich. Mich berühren dieser dauernde Mangel und Verzicht. Vor allem aber erschüttert mich, wie sehr beides bei betroffenen Kindern und Jugendlichen ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein schwächen, Verunsicherung, tiefe Verzweiflung und existenzielle Ängste auslösen kann. Und es erschreckt mich, wie schnell betroffene Kinder zudem in soziale Isolation geraten können.

Die Stiftung Zukunft schenken! Jean-Dominique Risch aber nimmt diese jungen Menschen an die Hand und begleitet sie. Sie ermöglicht ihnen die Teilhabe an Bildungsprozessen und verbessert ihnen ihre Verwirklichungschancen sowie ihre sozialen und kulturellen Teilhabemöglichkeiten.

Die geschlossene Region und der ländliche Raum Rheingau erlauben es uns, mit unseren Kooperationspartnern sehr nah und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, Stiftungsarbeit sehr persönlich zu gestalten, kurze Wege zu beschreiten und auf bürokratische Hürden weitgehend zu verzichten. Es ist uns möglich, sofort zu reagieren und Hilfe im Bedarfsfall noch an demselben Tag zu organisieren. So sind wir für unsere Partner auch an Sonn- und Feiertagen sowie in der Ferienzeit zu erreichen.

Dabei liegt der Wert der Stiftung und die Nachhaltigkeit unserer Arbeit weniger in evaluierbaren Erfolgen innovativer, großer Projekte. Wir möchten im Kleinen helfen. Und viel wertvoller und nachhaltiger als materielle Hilfe ist oftmals auch das, was wir durch persönliche und wertschätzende Zuwendung emotional bei den jungen Menschen auslösen.

Die Arbeit der Stiftung hat sich im Rheingau inzwischen fest etabliert, sie ist kaum noch wegzudenken und stellt heute für die Region einen erheblichen sozialen Mehrwert dar, der betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien vielseitig zugutekommt. Schließlich hat die Stiftung ihre Wirkung auch darin entfaltet, dass es ihr gelungen ist, das soziale Umfeld im Rheingau zugunsten von benachteiligten Kindern freundlicher zu gestalten und vielfältiges Engagement zu initiieren.

Auf diese segensreiche Arbeit bin ich zusammen mit den beiden Stiftungsvorständen Elvira Mehrlein und Tanja Risch und zusammen mit allen Förderinnen und Förderern sehr stolz. Wir freuen uns über erreichtes und empfinden große Dankbarkeit für die großartige Unterstützung, die wir dabei fortdauernd erfahren durften.

Nach 10 Jahren aber ist die Aufbauarbeit der Stiftung noch nicht beendet. Wir können noch viel stärker werden, um noch wirkungsvoller zu helfen. So lade ich Sie ein, Wegbereiter und Wegbegleiter für Kinder im Rheingau zu werden. Bitte fördern Sie unsere kleine Stiftung durch eine Zustiftung und empfehlen unsere Arbeit Ihren Freunden und Bekannten zur Förderung weiter.

Dankeschön!

Winkel, im Juli 2019

Jean-Dominique Risch
Stifter & Vorstandsvorsitzender